Erklärung

Bevor ein Produkt seriell gefertigt werden und zum Verkauf angeboten werden kann, muss dieses ausgiebig überprüft, getestet und erprobt werden. Neben Prototypenbau ist auch die Vorserie Teil des Überprüfens und damit des Produktentstehungsprozesses.

Die Vorserie besteht aus zwei Schritte:

  • Die erste Stufe wird Pilotserie genannt. Diese Serie steht kurz vor der Marktreife, lässt aber noch Änderungen und Anpassungen zu. Es werden vor allem Funktionalität, Passgenauigkeiten und Zusammenbaubarkeit überprüft. Es kommt zu letzten Abnahmen und es kann noch an der Kommunikation mit Lieferanten gefeilt werden.

  • Der nächste Schritt ist die Nullserie. Diese Phase ist Bestandteil nahezu jeglicher Produktion. Sei es der Produktion einer Tasse oder eines Automobilteils. Die Nullserie ist der Abschluss der Vorserienfertigung und leitet, nach bestandener Überprüfung und letztem Feinschliff, die Serienfertigung ein.

Da diese Phase diesen Übergang von Entwicklungsseifenblase zur Außenwelt darstellt, hat sie im Rahmen der Produktionsplanung hohen Wert.

Ziel

Ziel der Vorserie ist es Bauteile, -gruppen und deren Montage vor der endgültigen Produktion zu erproben und zu finalisieren.

Sie dienen zur Sollwertermittlung für Produktionsparameter (Wie viel Zeit benötigt die Montage? Stimmt die Arbeitsplatzaufteilung? Wie kann die Reihenfolge in der Montage optimiert werden?).

Durch die Pilotserie werden auch Qualitätssicherungsmaßnahmen geplant, damit bereits die Nullserie so reibungslos und realitätsnah wie möglich durchgeführt werden kann.


Vorgehen

Pilotserie
Die Pilotserie wird noch nicht zwangsläufig vollständig in der endgültigen Produktionsstätte gefertigt. Partiell werden ab einem gewissen Umfang (meist Kleinserienbereich) Pilotlinien oder Pilotlinienwerke aufgebaut, die anschließend zu Werken die der Serienfertigung, Mitarbeiterqualifikation oder Simulation dienen, umgebaut.
Zu diesem Zeitpunkt sind einige letzte Anpassungen und Änderungen möglich, das Produkt wird auf Zusammenbaubarkeit, Passgenauigkeiten, und Funktion überprüft.
Zu beachten gilt aber, dass die Änderungen nicht mehr dem Ausmaß der Änderungen an einem Prototyp erreichen dürfen! Meist dienen sie als Erstmuster. Komponenten werden abschließend abgenommen, Werkzeuge werden gegebenenfalls noch geringfügig modifiziert. Absprachen mit Lieferanten werden durchgeführt.
Die Pilotserie ist aus Gründen der Produkthaftung nicht dazu gedacht auf den Markt zu kommen. Eventuell werden einige wenige Serienteile als Rückstellmuster aufbewahrt, der Rest wird kontrolliert entsorgt.


Nullserie
Die Nullserie ist nicht mehr Bestandteil der Produktentwicklung, sondern gehört zur Einführungsphase der Serienproduktion.
Die Nullserie wird vollständig auf den späteren Serienwerkzeugen, unter realistischen Bedingungen und in Echtzeit gefertigt. Auch Zulieferer arbeiten unter Serienbedingungen, um die Serienproduktion möglichst real zu simulieren.
Durch die Simulation können ein letztes Mal Bauteile und deren Montage, der Montageablauf, die Fertigung, Maßnahmen zur Kontrolle, Qualitätssicherung und Dokumentation, Taktzeiten, sowie Planung hinsichtlich Personal und Ressourcen auf Basis vollständiger Arbeitspläne, Stücklisten und Prüfplänen überprüft und feinabgestimmt werden.

Tipp

Die Gefahr, die sich ergibt, wenn die Nullserie noch nicht zu Serienbedingungen produziert wird ist, dass ein Produkt oder eine Dienstleistung bereits promotet und aktiv verkauft wird, obwohl die Serienfertigung derart, aufgrund von Montageproblemen oder nicht fertigungsgerechter Konstruktion, vielleicht gar nicht möglich ist.

Quellen

https://de.wikipedia.org/wiki/Nullserie
http://vioproto.de/rapid-manufacturing/vorserie/

Beispiele