Erklärung

Da unsere heutigen Märkte durch die nahezu ungehinderten Kommunikationsmöglichkeiten stark auf Wissen und Innovation ausgerichtet sind, ist Wissens- und Innovations-Management  zu einem starken Produktionsfaktor und einer immateriellen Ressource geworden (neben Kapital, Arbeit, Standort und Grundfläche).

Wissens- und Innovationsmanagement (WIM) ist eine Methodik, mit der eine strukturierte Wissensbasis z.B. in einem Unternehmen aufgebaut werden kann. Wissen/Innovation beinhaltet sämtliche Daten und Fähigkeiten, sämtliches Know-how und alle Informationen die zur Lösung von Problemen, Aufgabenstellungen oder (zukünftigen) Projekten benötigt werden.

Basis für ein funktionierendes WIM sind Datenbanken (vor allem bestehend aus technischen Daten und Inhalten mit niedriger Komplexität aber hoher Gültigkeitsdauer) und datenbankgestützte Kommunikationssysteme, die alle Ebenen eines Unternehmens zum einen vernetzen, zum anderen aber auch von diesen gepflegt werden müssen. Vor allem das Wissen qualifizierter Mitarbeiter beeinflusst die Anwendbarkeit des WIM (dies geht häufig verloren, sobald ein zuständiger Mitarbeiter das Unternehmen verlässt).

Heutzutage geht WIM häufig über die reine Versorgung mit Wissen hinaus: Auch die gewinnversprechende Förderung der Qualifikationen von Mitarbeitern ist nicht zu vernachlässigen. (2) Zudem entwickeln sich anwendbares Wissen und Innovationen nicht rein aus einem Lexikon, sondern auch aus der Fähigkeit Informationen mit Kompetenzen und Know-how optimal zu verknüpfen.

Ziel

Ziel des WIM ist es eine einzigartige, immaterielle Ressource aufzubauen, die Alleinstellungsfaktor und Wettbewerbsvorteile für ein Unternehmen darstellt. Den Mitarbeitern wird zum einen ein fundiertes Produkt- und Prozesswissen zur Verfügung gestellt, wodurch Personal, Zeit und Geld eingespart werden können.

Zum anderen liefert es Methodiken und eine Basis um Wissen zu akquirieren und strukturiert zu sammeln.

Besteht eine gut gepflegte Datenbank, können Know-how und Wissen optimal weitergegeben, kommuniziert und zur Innovationsgenerierung neu verknüpft werden. 

Vorgehen

WIM muss fest mit Unternehmensstrategien verknüpft werden, um umsetzbar zu sein. Dazu können im Firmen-Intranet Innovationsportale implementiert werden und teamorientierte, oder abteilungsübergreifende Werkzeuge in Workshops erarbeitet werden, die die operative Arbeit innovationsorientiert unterstützen.

Allerdings fließen viele externe und interne Faktoren in das Management von Innovationen ein:

Basis des Innovationsmanagements sind die Unternehmensbranche, das Marktsegment und die Kundenstruktur. Dies beeinflusst die nötige Tiefe, den Umfang des Wissens, die Schnelllebigkeit von Trends und Produktlebenszyklen und die Forschung.

Unternehmensstrategie und -struktur mit Qualitätsmanagement und Personalmanagement sind Faktoren und auch gesetzlich-rechtliche Bestimmungen fließen mit ein.

Ein wissenserweiternder Faktor sind zudem Kooperationen – sei es mit anderen Unternehmen, mit wissenschaftlichen Einrichtungen wie Hochschulen oder Forschungsinstituten. (3)

METHODEN ZUM MANAGEMENT VON WISSEN:

  • Die Japaner Ikujirō Nonaka und Hirotaka Takeuchi begründeten das SECI-Modell, nach dem „Wissen in einer kontinuierlichen Transformation zwischen implizitem und explizitem Wissen erzeugt wird.“ (2) Implizites Wissen bedeutet, dass man Fertigkeiten hat, ohne diese verbalisieren zu können. Explizites Wissen ist dagegen eindeutig kommunizierbar.

    SECI steht dabei für die spiralartig aufeinanderfolgenden Phasen Sozialisierung (implizites Wissen ist existent und wird in und durch die unternehmerische Zusammenarbeit erworben und weitergegeben), Externalisierung (Transfer von impliziertem zu expliziertem Wissen durch Erfassung und Dokumentation), Kombination (erfasstes, internes explizites Wissen wird mit externem, expliziertem Wissen verknüpft) und Internalisierung (neues explizites Wissen wird verinnerlicht und mutiert zu impliziertem Wissen), worauf wieder die Phase der Sozialisierung folgt. (4)

  • Ein weiteres Modell sind die „Bausteine des Wissensmanagements nach Probst/ Raub/ Romhardt“. Dieses besteht aus acht Bausteinen, von denen sechs Prozesse zum Wissensmanagement abdecken und zwei Rahmenbedingungen abstecken. Dieses Modell ist ebenfalls als Kreislauf zu sehen.

    Rahmenbedingungen
    sind die Wissensziele (normativ = bezüglich Unternehmenskultur, strategisch = bezüglich zukünftig benötigter, organisatorischer Kompetenzen, operativ = bezüglich konkreter Umsetzung) und die Wissensidentifikation (Überblick über bestehendes Wissen)

    Prozesse
    sind
    1. Wissenserwerb (Akquise von Know-how, Zusammenarbeit mit Spezialisten, Wissenszukauf),
    2. Wissensentwicklung (interne Wissensentwicklung),
    3. Wissensverteilung (Wo muss Wissen ankommen? Wer benötigt welches Wissen?),
    4. Wissensnutzung (Einsetzen des Wissens),
    5. Wissensbewahrung (Speicherung und Aktualisierung in und von Datenbanken),
    6. Wissensbewertung (werden Wissensziele erreicht?) (2)

Tipp

Basis für Innovationsprozesse sind zudem Innovationsstrategien wie Open und Closed Innovation. (siehe Open Innovation im Designpilot)

Quellen

(1) https://www.terrashop.de/pdfs/leseprobe/3446406670.pdf 
(2) https://de.wikipedia.org/wiki/Wissensmanagement
(3) www.linkfang.de/wiki/Innovationsmanagement 

Beispiele