Erklärung

Da möglichst viele Menschen, trotz unterschiedlichem Alter, Kenntnissen, Fertigkeiten, Größe und Lebenssituation ein Produkt/ eine Dienstleistung/ einen Raum gleichermaßen nutzen können sollten, muss Design die effektive Wahrnehmung essentieller und wichtiger Informationen gewährleisten, die von Umgebung, Kontext und individuellen sensorischen Fähigkeiten unabhängig sind.


Dazu gehört beispielsweise:

  • Informationen multimedial darstellen (bildlich/verbal/taktil, ...) 
  • Wichtige Inhalte kontrastreich zur Umgebung darstellen 
  • Lesbarkeit von Informationen maximieren 
  • Bedienelementen so gestalten, dass deren Handhabung leicht erklärt werden kann oder selbsterklärend ist 
  • Kompatibilität mit Geräten und Techniken, die von Menschen mit sensorischen Einschränkungen genutzt werden, erzeugen 

Ziel

Ziel ist es ein Design zu generieren, durch welches Stigmatisierung oder auch Ausgrenzung bestimmter Nutzergruppen vermieden wird.

Vorgehen

Um Information so zu gestalten, dass sie sensorisch wahrnehmbar ist, muss man sich damit befassen, was Wahrnehmung ausmacht. Wie man ein Produkt wahrnimmt, also die Auseinandersetzung mit Wahrnehmungspsychologie (z.B. Gestaltgesetze etc.), ist eine Grundvoraussetzung.


Auch Software-Ergonomie befasst sich sehr stark mit der Umsetzung von verständlichen Informationen. Kriterien der Software-ergonomischen Gestaltung sind, dass ein Produkt/ System handhabbar, angemessen und persönlichkeitsfördernd ist. Dazu sind im Jahr 1981 in der EN ISO 9241 – Norm, „Ergonomie der Mensch-System-Interaktion“, Grundsätze zur Ergonomiegestaltung festgehalten worden:

  • Ein Produkt/Dienstleistung sollte der Aufgabe angemessen sein (geeignete Funktionalität, Interaktion auf das Notwendige beschränken) 
  • Ein Produkt/Dienstleistung sollte selbsterklärend und selbstbeschreibungsfähig sein (Hilfestellungen bieten, Feedback geben) 
  • Ein Produkt/Dienstleistung sollte (z.B. über einen Dialog durch den Nutzer) steuerbar sein 
  • Ein Produkt/Dienstleistung sollte den Erwartungen entsprechen (konsistente Inhalte bieten, an den Nutzer anpassbar sein) 
  • Ein Produkt/Dienstleistung sollte eine Fehlertoleranz besitzen (Fehler, die nicht erkannt werden sollten das Benutzerziel nicht verändern, wenn Fehler entdeckt werden, sollten diese korrigierbar sein) 
  • Ein Produkt/Dienstleistung sollte individualisierbar sein (an Nutzer/Umfeld/Kontext anpassbar sein) 
  • Ein Produkt/Dienstleistung sollte lernförderlich sein (Einarbeitungszeit gering halten, den Nutzer anleiten, Hilfestellung bieten)  


Wenn künftige Nutzer in den Gestaltungsprozess integriert werden und Personen aus der Zielgruppe zu Tests an/mit Prototypen und Modellen eingeladen werden, kann ein Produkt/eine Dienstleistung nutzer- und bedürfnisorientiert gestaltet werden.

Tipp

Aus der Zusammenarbeit mit Menschen, die nicht der „Norm“ entsprechen, bilden sich häufig ganz neue Sichtweisen und Potentiale zur Gestaltung eigentlich .

Quellen

Beispiele