Erklärung

Produktvarianten sind Variationen eines Produkts, die erstellt werden, um Kundenanforderungen bestmöglich bedienen zu können, da Individualisierbarkeit ein starker Trend und starkes Kaufargument sind.

Produktvarianten sind Produkte mit ähnlicher Funktion/Form und meist einem sehr hohen Anteil identischer Komponenten. Die Masse der Varianten wird Produktfamilie genannt, die wiederum Teil des Produktportfolios eines Unternehmens ist. Das Portfolio ist die Summe an Produkten gleichen Zwecks, die ein Unternehmen produziert (kann aus mehreren Familien bestehen).

Es darf nicht unterschätzt werden, dass die Planung und Organisation aller möglichen Produktvarianten über den gesamten Produktlebenszyklus eine große Herausforderung für Hersteller darstellt.

Lösungen sind Plattformstrategien und Baukastensysteme, die ohne eines vernetzten Varianten- und Konfigurationsmanagements (Product Lifecycle Management = PLM-Strategie, wird angewendet, um die externe Vielfalt marktgerecht zu optimieren, um interne und externe Vielfalt voneinander zu lösen und die interne Vielfalt zu strukturieren) nicht mehr effizient und wirtschaftlich profitabel umsetzbar sind. Eine holistische Lösung ist das Management der Produktvarianten auf Grundlage von Referenzproduktstrukturen.

Ziel

Ziel des Einsatzes von Produktvarianten ist es, eine möglichst breite Zielgruppe mit nur einem (untereinander leicht abweichenden) Produkt zu erreichen, dessen Produkteigenschaften möglichst kundenorientiert sind und um schneller „neue“ Produkte auf dem Markt zu etablieren.

Um Produktvarianten möglichst wirtschaftlich zu gestalten, können Teile standardisiert und Werkzeuge wiederverwendet werden (Plattform/Module/Baukasten). Es geht darum Produkt- und Lebenszykluskosten zu senken, Varianten über deren gesamten Lebenszyklus handhaben zu können und gleichzeitig verbesserte Produkt- und Prozessqualität mit höherer Produktivität zu erreichen.

Vorgehen

Bei der Bildung von Produktvarianten ist es besonders wichtig Schnittstellen zu definieren und zu generalisieren, damit Bauteile universell angekoppelt werden können.

Klar differenzierte Komponenten, können zu Modulen werden, die je nach Variante ausgetauscht werden können.

Die Komponenten können dabei sowohl einzelne Teile sein, als auch Baugruppen, Teile von Systemen oder Accessoires/additives Zubehör zu komplexen Produkten sein.

Bei der Produktentwicklung müssen zur Zusammenstellung dieser Komponenten vordefinierte Regeln/ Leitlinien/ Maße/ Anschlüsse/ Kopplungen/ Schnittstellen eingehalten werden. Die Komponenten müssen also standardisiert sein. Die Zusammenstellung nennt man Konfiguration.

Tipp

Eine zu große Variantenvielfalt kann eine Komplexitätsfalle darstellen, da bereits der steigende Innovationsdruck und neue Märkte zu einem kontinuierlich komplexer werdenden Produktportfolio führen. Deshalb ist besonders eine interne Standardisierung und eine gewisse Reduktion durch Modul- und Plattformstrategien unerlässlich.

Quellen

Lehrstuhl und Institut für Allgemeine Konstruktionstechnik des Maschinenbaus 
RWTH Aachen - Univ.-Prof. Dr.-Ing. Jörg Feldhusen


wikipedia.de

Beispiele