Erklärung

Die System-Ergonomie befasst sich mit der optimalen Zusammenstellung ergonomischer Komponenten und der Organisation und Gestaltung komplexer Mensch-Maschinen-Systeme. Es geht darum Systeme, also Einheiten (technischer) Elemente mit gleicher Funktion, so zu gestalten, dass sie für den Anwender möglichst gebrauchstauglich, funktional, handhabbar und verständlich sind.


System-Ergonomie gewinnt immer mehr an Wichtigkeit, da es heutzutage bereits relativ gängig ist Produkte, also Einzelkomponenten, oder Teilsysteme eines Systems ergonomisch zu gestalten, aber das Zusammenspiel der Elemente, gerade in Verbindung mit dem Anwender, ist häufig mangelhaft:

Wenn ein super-ergonomischer Stuhl nicht auf den Anwender eingestellt ist, an einem Tisch mit unpassender Höhe steht, der nicht gut ausgeleuchtet ist, können zwar die Komponenten für sich schön und gut sein, aber die Komposition ist ungeeignet. Genau hier wird die System-Ergonomie wichtig, um das Zusammenspiel und die Schnittstellen zu organisieren, denn ein Gesamtsystem ist immer mehr, als die Summe seiner Teile.

Ziel

Ziel der System-Ergonomie ist es, ein System, in dem ein Mensch als Nutzer beteiligt ist, so zu gestalten, dass alle Komponenten so aufeinander abgestimmt sind, dass der Anwender ein (Arbeits-) Ziel innerhalb des Systems effektiv, motiviert und sicher erreichen kann. Je besser ein System funktioniert, desto höher ist die Benutzerakzeptanz und Konzentration und desto geringer die Arbeitsbelastung.

Vorgehen

Um ein System möglichst ergonomisch für den Nutzer zu gestalten, muss zunächst definiert werden, was in dem System erreicht werden soll, was die Arbeitsaufgabe ist, wer Nutzer ist und wie Ziele erreicht werden sollen. Es müssen also Rahmenbedingungen abgesteckt und in Bezug zueinander gestellt werden.

Auf Basis der Recherche müssen Einzelkomponenten bestimmt werden: Welche Bausteine sind essenziell? An einem Büro-Arbeitsplatz benötigt man z.B. Tisch und Stuhl. Beachtet man ergonomische Anforderungen, sollte der Tisch auch als Stehtisch benutzt werden können. Da sich der Mitarbeiter lange am Arbeitsplatz aufhält, muss der Stuhl für langes Sitzen ausgelegt sein. Lichtverhältnisse müssen angepasst werden können, der Bildschirm muss auf optimaler Höhe eingestellt sein. Wenn sich der Arbeitsplatz in einem Großraumbüro befindet, ist es zudem förderlich, wenn Trennwände mit guten akustischen Eigenschaften Anwendung finden, etc.

Zudem müssen Abläufe definiert werden: Tippt der Mitarbeiter Daten von Papieren ab, muss der Platz anders gestaltet werden, als wenn der Mitarbeiter z.B. telefoniert und direkt am Computer arbeitet.

Arbeitssysteme müssen auch zueinander in Bezug stehen, daher müssen der Kopierer, oder die anderen Arbeitsplätze als eigene Systeme, zueinander organisiert werden. Wege, Sichtbarkeiten, Kommunikation, etc. müssen organisiert werden.

Gerade bei automatisierten Arbeitsplätzen muss auch aufgeteilt werden, welche Funktionen der Mitarbeiter hat und welche die Maschine. Übernimmt der Anwender nur noch kontrollierende Aufgaben oder ist er auch selbst im Produktionsprozess involviert?

Hier ist es auch wichtig Mitarbeiter richtig auszuwählen. Sie sollten nicht über- oder unterqualifiziert sein, Erwartungen der Mitarbeiter sollten erfüllt sein, damit sie sich in das System einfügen können, ohne sich über- oder unterfordert zu fühlen, ohne schnell zu ermüden, Konzentration zu verlieren oder frustriert und unmotiviert zu sein. 

Tipp

System-Ergonomie sollte immer in Kooperation mit dem Nutzer durchgeführt werden. Der Anwender selbst muss steuern können, was gut für ihn ist. Durch das Bewusstsein des Mitarbeiters für dessen Arbeitsplatzoptimierung ist er in der Lage sich selbst zu helfen.

Quellen

http://mlangen.de/Artikel/k31l01.pdf
https://www.haufe.de/arbeitsschutz/arbeitsschutz-office/systemergonomie_idesk_PI957_HI672970.html

Beispiele