Kurzbeschreibung

Synektik (aus dem Griechischen, bedeutet soviel wie „Verknüpfen unterschiedlicher, scheinbar bedeutungsloser Elemente“) ist eine Brainstorming-Kreativitätstechnik zur Problemlösung, die auf Analogien beruht.

Eine Analogie liegt vor, wenn sich Dinge, Informationen oder Sachverhalte in bestimmten Merkmalen ähneln oder gleichen, auch wenn sie sich in anderen unterscheiden.

In der Synektik werden Analogien systematisch erarbeitet indem darauf hingearbeitet wird, durch Änderungen der Blickwinkel und Perspektiven Fremdes vertraut und Vertrautes fremd zu machen, um Kreativität und Problemlösung rational anzugehen, wodurch diese Methode in der Durchführung eher komplex ist.

Ziel

Der Einsatz von Synektik zielt darauf ab neue und innovative Ideenansätze zu generieren, indem unterbewusste Assoziationsprozesse aktiviert und gefördert werden, auch eingebrannte Denkmuster sollen aufgebrochen werden.

Vorgehen

  1. Zu Beginn muss man die Aufgaben-/Problemstellung detailliert definieren, wozu aufkommende Fragen der teilnehmenden Mitglieder geklärt werden, damit jeder weiß, worum es geht, was das Ziel der Session ist und welche Vision/Intension hinter der Aufgabenstellung steckt.
    (z.B. Wie kann man einen Fernseher an der Wand befestigen?)

  2. Durch ein kurzes Brainstorming entstehen erste spontane Ideen, die unbedingt dokumentiert und auch visualisiert werden müssen. Hilfreich ist es, wenn alle Ideen so notiert werden, dass sie während des Prozesses für alle gut sichtbar sind, um strukturierter arbeiten zu können (z.B. an  Pinnwand/Flipcharts/...).
    (z.B. Magneten, Schrauben, beweglicher Arm, Klebefolie, Haken, Nägel, Saugnapf,...)

  3. Anhand der ersten spontanen Lösungen wird die Aufgaben-/Problemstellung erneut (mehr im Detail) definiert.
    (z.B. Wie kann der Fernseher befestigt werden, dass er auch abnehmbar ist?)

  4. Jetzt beginnt die Phase des Brainstormings zur Generierung direkter Analogien. Das bedeutet, dass konkrete Themengebiete vorgegeben werden, in denen Analogien gesucht werden (z.B. Natur bei technischen Problemstellungen, oder Technik bei Problemen, die natürlich sind).
    (z.B. Bereich Natur: Schnee schmilzt, Wasser versickert, Bäume ziehen den Saft aus den Blättern und werfen sie dann ab, reifes Obst wird abgeworfen, Steine werden von Wasser weggespült, Schlangen streifen die alte Haut ab, …)
    Die Gruppe einigt sich gemeinsam auf eine Analogie, die im nächsten Schritt vertieft wird.

  5. Um sich intensiver mit der Thematik zu identifizieren, werden dann persönliche Analogien zu der gewählten direkten Analogie herausgearbeitet. Das bedeutet, dass die Gruppenteilnehmer sich direkt in die Situation hineinfühlen und die aufkommenden Empfindungen und Emotionen äußern sollen.
    (z.B. Die Gruppe hatte „Steine werden weggespült“ gewählt. Persönliche Analogien sind: Es ist kalt, es ist nass, man wird umhergewirbelt, unkontrolliert und willkürlich, man rollt über den Boden, Dunkelheit, Einsamkeit, ...)

  6. Nach Auswahl einer persönlichen Analogie werden dazu symbolische Analogien generiert, also Analogien, die die persönliche Analogie verkörpern, oder paradox/gegensätzlich dazu sind.
    (z.B. Ausgewählt wurde „man rollt über den Boden“, Analogien dazu sind: Ball, Purzelbaum, Rad, Murmeln, eingerollter Igel, Pandabären, ...)

  7. Dazu wird eine nächste direkte Analogie abgeleitet – und zwar zu einem Themenbereich, der zu der Problem-/Aufgabenstellung passt.
    (z.B. Ausgewählt wurde „Rad“, direkte Analogien zum Thema Technik sind: Fahrrad, Klapprad, Schienensystem, Rinne, …)

  8. Der darauf folgende Schritt ist die Analyse der zweiten direkten Analogie nach Merkmalen, Besonderheiten, Funktionsweisen, Herstellungsverfahren, Bestandteilen, etc.. Die Analyse wird von jedem Teilnehmer einzeln zu einer selbstgewählten, im vorherigen Schritt entstandenen, direkten Analogie durchgeführt.
    (z.B. Rinne: Eine Rinne kann aus Stein oder gebogenem Blech bestehen, sie dient der Führung, leitet ab, nimmt auf, transportiert,...)

  9. Nun folgt der entscheidende Schritt: Die Analogien und deren Analysen müssen mit der ursprünglichen Problem-/Aufgabenstellung verknüpft werden. Es folgt sozusagen eine erzwungene Übertragung (= „Force-Fit“).
    (z.B. Führungsschiene, Ableiten in einer Richtung, Aufnehmen in entgegengesetzter Richtung)

  10. Auf der Grundlage des Force-Fit werden in der Gruppe konkrete Lösungsansätze generiert, die innovativ sind und in den Entwurf implementiert werden können.
    (z.B. In eine Führungsschiene kann ein Profil eingeschoben und entgegengesetzt wieder entnommen werden.)

Vorteile

  • Je erfahrener die Teilnehmer sind, desto innovativer sind die Lösungen.
  • Sehr effektiv für neue Ideenentwicklungen.
  • Durch die vielen Durchgänge werden Hemmungen und Unsicherheiten der Teilnehmer reduziert.

Nachteile

  • Die Technik des Brainstormings muss bekannt sein.
  • Ein Moderator ist notwendig.
  • Die Methode muss geübt werden.
  • Hoher Zeitaufwand durch die Vielzahl an aufeinander folgenden Schritten.

Quellen

http://www.scroggin.info/content/synektik-kreativit%C3%A4t-ist-planbar 
http://www.study4success.de

Personen

8 - 12

Dauer

3 h

Material

Pinnwand

Moderator

DIN A 4

Stifte

Beispiele