Kurzbeschreibung

„A Day in Life“ bedeutet eine umfassende Beobachtung und Dokumentation eines typischen Tagesablaufs einer bestimmten Person (s. „Zielgruppe", „Szenario“).

Diese Technik wird im Entwurfs-, sowie im Analyseprozess eingesetzt, um die Zielgruppe zu veranschaulichen und zugänglicher zu machen. Sie wird angewendet um Persona (s. „Persona“) auszuschmücken und Anwendungsumfelder für das zu entwickelnde Produkt zu definieren.

Ziel

Ziel der Technik ist es sich zukünftige Kunden besser vorstellen zu können. Dadurch können Produkte und Dienstleistungen nutzerorientiert und -zentriert gestaltet werden, es wird Nähe und Verständnis für Bedürfnisse, Probleme und Wünsche aufgebaut.

Zudem können bereits ausgearbeitete Konzepte auf Alltagstauglichkeit, Anwendbarkeit und Kundenakzeptanz überprüft werden.


Vorgehen

  1. Um diese Technik anwenden zu können, muss die Zielgruppe so genau wie möglich definiert werden. Um wen handelt es sich? Ist das tatsächlich der Personenkreis, der das Produkt/die Dienstleistung benutzen wird? Gibt es Randgruppen oder Nischen, in denen dieses Produkt ebenfalls angewendet werden würde? In welchem Kontext kann/soll das Produkt entstehen?

    • Diese Zielgruppe sollte, wenn das noch nicht durchgeführt wurde, ausführlich recherchiert werden (z.B. Erfahrungen, Tätigkeiten, Wünsche, Tagesabläufe, etc. am besten durch ausführliche Interviews)
    • Wenn eine Zielgruppe nicht eindeutig definiert werden kann, sollte diese Technik für mehrere infrage kommende Gruppen ausgeführt werden.

  2. Anschließend wird ein Stellvertreter ausgearbeitet – also eine fiktive „Person“, die die Zielgruppe möglichst ganzheitlich zusammenfasst.

  3. Dieser Stellvertreter bekommt einen Tagesablauf, der die Zielgruppe ebenfalls widerspiegelt (Wann steht die Person auf? Was wird gefrühstückt? etc.). Dabei sollte auf genutzte Produkte, Dienstleistungen, Vorlieben etc. geachtet werden.
    • Der Tagesablauf – also, der „Day in Life“ kann je nach Vorlieben ausführlich oder in Stichpunkten erzählt und grafisch oder fotografisch visualisiert werden.

  4. Aus diesem Tagesablauf können Nischen für künftige Produkte und Innovationspotenziale für bestehende Produkte herausgelesen werden. Konzepte können auf ihre Nützlichkeit überprüft werden.

Vorteile

  • Geschichten im Erzählstil veranschaulichen Zielgruppen viel intensiver als Statistiken.
  • Die Identifizierbarkeit mit der Zielgruppe wird verbessert.

Nachteile

  • Aufwendig in der Durchführung.
  • Es besteht die Gefahr, dass die Zielgruppe zu stark homogenisiert wird.
  • Durch die Beschränkung nur auf eine Zielgruppe werden auch mögliche Ideen reduziert.

Quellen

http://creatingminds.org/tools/day_in_life.htm

Personen

1

Dauer

1 - 3 Personen

Material

Stift

Papier

zu befragende Personen

Beispiele