Kurzbeschreibung

Collaborative Sketching (gemeinsames Skizzieren) ist eine Brainwriting-Kreativtechnik, die Parallelen zur 635-Technik enthält.

Durch das gemeinsame Skizzieren im Team können sich die Teampartner gegenseitig inspirieren.

Von Vorteil ist, wenn die Teams interdisziplinär zusammengesetzt sind und die Teilnehmer am Projekt, oder Prozess beteiligt sind, aber nicht dem entwickelnden Kernteam angehören.
Die Moderation kann von einem externen Moderator oder einem Mitglied des Kernteams übernommen werden.

Ziel

Ziel ist es schnell, einfach und skizzenhaft neue Ideen zu generieren oder bestehende Ideen zu optimieren, um diese in den weiteren Projektverlauf implementieren zu können.

Vorgehen

  • Zu Beginn der Session wird die Problem-/Aufgabenstellung definiert, damit alle Beteiligten auf dem gleichen Stand sind und das Ziel (die Zielgruppe) und die Vision allen klar ist.

  • Es muss ebenso kommuniziert werden, dass es bei den Skizzen auf keinen Fall um detailliert-verkünstelte Meisterwerke gehen soll, sondern um das schnelle Transportieren und Festhalten von Ideen. Die Ideen dürfen nicht zwischendrin bewertet werden, damit die Kreativität und die Ideen unblockiert fließen können. Außerdem handelt es sich nicht um teaminterne Wettbewerbe, sondern um konstruktive Kooperation.

  • Es gibt mehrere Variationen des gemeinschaftlichen Zeichnens:
    1. Eine Variante ist diese:
      • In der ersten Runde zeichnet jedes Teammitglied innerhalb von etwa zehn Minuten möglichst viele Ideen auf sein Blatt (es ist durchaus erwünscht, die Ideen der anderen als Inspiration zu nutzen!) und stellt sie im Anschluss kurz (max. 60 Sekunden pro Person) vor.
      • In der zweiten Runde, die ebenfalls zehn Minuten dauert, zeichnen die Teilnehmer erneut ihre Ideen auf neue Papiere. Hierbei sollen Ideen miteinander verschmolzen werden, Ansätze mit viel Potenzial können weitergearbeitet werden, häufig entsteht eine einheitliche Meinung darüber, welche Ideen am meisten Potenzial haben.
      • Nach dieser Runde werden Ideen erneut vorgestellt. Diesmal darf eine Diskussion im Anschluss folgen – Fragen und konstruktive Kritik sind erwünscht!
    2. Eine andere Variante ist, dass jeder Teilnehmer innerhalb etwa einer Minute eine Idee auf sein Blatt aufzeichnet und dieses dann im Uhrzeigersinn weiterreicht. Es folgt keine Beschreibung oder Erklärung. Diese Skizze wird innerhalb von jeweils einer Minute von den folgenden Teilnehmern weitergedacht oder ergänzt, bis das Blatt wieder bei demjenigen Teammitglied landen, das er zu Beginn hatte. Im Anschluss folgt eine (öffentliche) Besprechung der Ideen (ähnlich der 635-Methode)

  • Um die Ideen zu kategorisieren, können Teilnehmer diese, im Anschluss an die erste oder zweite Variante, priorisieren (z.B. durch Verteilen von Klebepunkten, Strichlisten, etc.), um eine gewisse Rangfolge herauszukristallisieren und um zu ermitteln, ob ein Konsens im Team herrscht.

  • Die Ideen mit dem größten Potenzial werden so aufbereitet und dokumentiert, dass sie als Lösungsansätze im weiteren Projektverlauf eingesetzt werden können.

Vorteile

  • Es entstehen viele verschiedene Ideen in relativ kurzer Zeit.
  • Man lernt die Denkweisen von den Teampartnern kennen.
  • Der zeitliche Aufwand ist auf etwa 30 Minuten begrenzt.

Nachteile

  • Eigene Vorstellungen können zurückgedrängt werden.
  • Nicht jeder kann seine Ideen schnell und einfach visualisieren.
  • Nicht unbedingt geeignet für technische Problemstellungen.

Quellen

http://www.designmethodenfinder.de

Personen

2 - 6

Dauer

30 Min.

Material

Papier

Stift

Beispiele