Erklärung

Moodcharts sind analoge oder digitale dargestellte Bilder oder Bildcollagen, die eine bestimmte Emotion, Atmosphäre und Anmutung transportieren. Sie helfen die Stimmung eines Entwurfes zu visualisieren.

Ziel

Moodcharts sprechen den Betrachter auf der emotionalen Ebene an, indem die visuelle Darstellung eine bestimmte Stimmung vermittelt und Assoziationen weckt. Hierdurch kann der Inhalt schneller und konkreter erfasst werden als mit der verbalen Darstellungsform. Während Wörter missverständlich aufgefasst werden können, transportiert ein gutes Moodchart eine eindeutige Athmosphäre.  
Zudem haben Moodcharts eine größere Überzeugungskraft und bleiben länger im Gedächtnis haften. Sie unterstreichen den Gesamteindruck und die Intentionen eines Produktes.

Vorgehen

Zuerst muss festgesetzt werden, was durch das Moodchart ausgedrückt werden soll. Durch das Formulieren prägnanter Keywords für Ihr Thema/Ihren Entwurf, arbeiten Sie bei der Gestaltung Ihres Moodcharts weniger leicht an den Schlüsselaussagen vorbei.

Bei der Gestaltung einer treffenden Bildkomposition können Sie sich folgende Fragen vor Augen halten:


  •  Welche Farben dominieren und transportieren die gewünschte Aussage?
    Nutzen Sie die Gefühle und Assoziationen, welche mit bestimmten Farben verbunden werden für Ihr Chart. Blaue Farbtöne stehen beispielsweise oft für Kälte, Ruhe oder Reinheit. Rote Farböne werden einerseits mit Liebe und Wärme, aber auch mit Agression und Gefahr verknüpft. Auch das Verhältnis der Farben zueinander ist relevant. Setzen sie also Farbigkeiten in den richtigen Kontext. Passende Farben können oft aus Bildern gezogen werden, die eine entsprechende Athmosphäre tragen. 

  • Welche Formen treten häufig auf?
    Werden Sie sich über die Formensprache bewusst, die kommuniziert werden soll. Organsiche Formen werden anders interpretiert als kristalline. Betrachten Sie bestehende Produkte aus dem gewünschten Umfeld oder recherchieren Sie abstrakte Strukturen, deren Charakter genutzt werden kann.

  •  Welche Materialien sind vorzufinden oder werden damit in Verbindung gebracht?
    Materialien tragen mehr als nur physikalische Eigenschaften oder spezifische Texturen. Werkstoffe haben ein emotionales Potential, sie wecken Gefühle, Erinnerungen oder werden mit einer besonderen Stimmung verknüpft.

  • In welcher Umgebung (Zuhause, Arbeitsplatz, in der Natur, etc.) findet es statt?
    Gib es für Ihren Entwurf oder die Zielgruppe ein relevantes Umfeld, so sollte es in die Gestaltung ihres Moodcharts einfließen. Sie können das Umfeld auf verschiedene Weisen darstellen. Das Umfeld "Zuhause" kann beispielsweise direkt durch das Bild eines Raumes/eines Ortes (z.B. Wohnzimmer, Haus) vermittelt werden, aber auch durch emotionale Faktoren (z.B. Geborgenheit, Familie) oder bedeutsame Umfeldprodukte (z.B. Decke, Sofa, Ofen). 

  • Welche Personen/Objekte vermitteln die Aussage?
    Zentrale Akteure/Charaktere können dem Thema/der Zielgruppe ein Gesicht verleihen.

Kombinieren Sie die treffendsten Ihrer Bilder miteinander. Das Moodchart kann auf zwei Weisen erstellt werden:

  1. Analog auf einen Karton als Bildcollage geklebt (Größe, Zuschnitt, Anordnung, Hintergrund)
  2. Digital in diversen Bildbearbeitungsprogrammen (Überblendungen, Bearbeitungen möglich)

Tipp

Bei der Gestaltung eines Moodcharts sollte darauf geachtet werden, dass nur die aussagekräftigsten und zueinander stimmigsten Bilder verwendet werden. Weniger ist mehr!
Moodcharts können auch dreidimensional umgesetzt werden, indem für die Stimmung passende Materialien und Objekte angebracht werden. Diese Komposition kann wiederum abfotografiert werden.

Quellen

http://germanupa.de/events/mensch-und-computer-2014/medizintechnik/lungenfunktionsmonitor-mit-swissness-komplett.html

http://www.webmasterpro.de/design/article/symbolik-der-farben.html

http://vhf.sto.de/de/material-emotion/material/materialemotion.html


Studienarbeiten:

Formholzmöbel - Markovic - Stuhler - SS 13

Food Container - Delauney - Möhwald - WS 09/10

Licht am Bett - Heller - Haubold - WS 12/13

Messestandkonzept - Dennert - Wein - SS 14

Food Container - Staudigl - Pielmeier - WS 09/10

Food Container - Nuflbaum - Lehne - WS 09/10

Food Container - Leyerer - Klein - WS 09/10

Redesign it - Lorz - SS 16

Design it yourself - Lorz - Oswald - SS 15

Eco Design - Giese - Schiwon - Häberlein - WS 14/15

Messesystem - Kiefner - Lorz - SS 14

Outdoormöbel - Keyerleber - Klein - WS 11/12


Sonstige:

http://2.bp.blogspot.com/_DRfMOBEm0sU/S-iMV6nsitI/AAAAAAAAACs/D95JwRgRwOU/s1600/mood%2Bboard%2Bspring%2Bsummer%2Bcopy.jpg

http://1.bp.blogspot.com/-WwMe977p1Wg/T0-MpcZskmI/AAAAAAAAAZk/C9kJzWza9ms/s1600/Tudor%2Bboard.jpg

Script Methodik Teil 1 + Teil 2, Prof. Schabbach

Beispiele