Kurzbeschreibung

Error Analysis ist der Name einer Technik, die, wie der Name schon sagt, darauf basiert, dass möglichst alle Probleme, Fehler und Schwierigkeiten, die im Zusammenhang mit einem Produkt/der Nutzung eines Produkts schief gehen können, aufgelistet und nach Schwere, Häufigkeit und Ursachen analysiert werden.

Diese Methode wird bereits im Vorfeld (im Entwurfsprozess) prophylaktisch angewendet, um Fehlern vorzubeugen und dient der Optimierung eines Produkts/ einer Dienstleistung. Ursprünglich stammt diese Methode aus der Software-Entwicklung.


Ziel

Ziel dieser Technik ist es Fehler eines Produkts im Vornherein auszumachen und deren Ursachen bereits in der Planung zu vermeiden.

Vorgehen

  1. Um diese Technik anzuwenden, werden zwei verschiedene Personengruppen befragt. Eine Gruppe hat Fachwissen, die andere ist nicht vom Fach, bzw. nicht in die Thematik eingearbeitet. Diese Gruppen müssen zunächst besetzt werden. Zudem muss ein Fragebogen ausgearbeitet und ein Testaufbau vorbereitet werden.

  2. Den Personen wird dann das zu evaluierende Produkt und eine Aufgabe gegeben.

  3. Die Personen werden während der Anwendung gefilmt/beobachtet und nach der Anwendung auf Basis des Fragebogens nach unterlaufenen und vorstellbaren Fehlern befragt.

  4. Die Antworten werden ausgewertet und die beobachteten Fehler kategorisiert:
    • Leichtsinnsfehler: Diese entstehen, wenn der Nutzer/die Testperson das richtige vorhat, aber Schwierigkeiten bei der Ausführung hat (z.B. neben eine Taste drückt, koordinatorische Schwierigkeiten,...).
    • grobe Fehler: Der Nutzer führt hierbei etwas Falsches aus, weil er nicht weiß, was er in dem Moment eigentlich tun soll, wie er sich richtig verhalten sollte oder überfordert ist.
    • Verständnisprobleme: Diese Art von Fehler tritt auf, wenn die Testperson das Interface/die Produktgrafik oder Produktsprache nicht versteht.
    • Fehler aufgrund des Umfelds: Dieser Fehler tritt in der Testumgebung z.B. durch absichtliche Ablenkung auf.
    Zu untersuchen ist stets zeitliche Dauer, die die Fehler und deren Behebung mit sich bringen sowie das kritische Ausmaß der Fehler.

  5. Die Auswertung wird dann im größeren Rahmen und ins Verhältnis zu den anderen Testergebnissen gesetzt und analysiert: Wiederholen sich Fehler? Wie häufig sind Fehler? Welche Auswirkungen bringen Fehler mit sich?

  6. Die Analyse muss ausgewertet und Ergebnisse in den weiteren Entwurf implementiert werden.

Vorteile

  • Massive Auswirkungen auf die Qualität eines Produkts.
  • Sehr umfassende Qualitätskontrolle.
  • Viele unerwartete aber gravierende Fehler können behoben werden.

Nachteile

  • Komplexe Versuchsanordnung, Vorbereitung und Auswertung.
  • Zeitintensiv.
  • Optimaler Zeitpunkt ist zwischen Prototyp und Vorserie.

Quellen

IDEO Method Cards

Personen

ab 1

Dauer

Je nach Versuchsgröße bis zu mehreren Tagen

Material

  • Fragebögen
  • Kamera
  • Stift
  • Testpersonen
  • Versuchsaufbau

Beispiele