Kurzbeschreibung

Die Kreativitätstechnik, die auf der Erstellung eines Morphologischen Kastens (zu deutsch etwa Lehre der Form/Gestalt) basiert, leistet im Entwurfsprozess dahingehend Hilfestellung, dass komplexe Aufgaben, Herausforderungen oder Problemstellungen innerhalb einer Tabelle in einzelne Parameter oder gestaltbare Bausteine zerlegt werden, die nach Bearbeitung wieder zu ganz unterschiedlichen Lösungsansätzen kombiniert werden können.

Ziel

Ziel dieser Methodik ist zunächst die Vereinfachung einer Problemstellung, indem sie modularisiert wird. Dies ermöglicht bei mannigfaltiger Kombination eine Vielzahl Lösungen, die nach Parametern vergleich- und bewertbar sind.

Vorgehen

  • Die Themenstellung/das Problem/die Herausforderung wird analysiert: Worum geht es im Einzelnen? Was ist zu beachten?
    Daraus ergibt sich die Frage nach Problemparametern und zu gestaltenden Komponenten (z.B. Materialität, Farbe, Größe, Zielgruppen, Umfeld, Art des Leuchtmittels, Stromzufuhr, Antrieb etc.). Parameter ergeben sich unter anderem aus dem Vergleich ähnlicher Produkte/ Analogien etc.

  • Nun wird eine Tabelle angelegt. Alle Merkmale/Parameter werden in die Tabelle eingetragen (Linke Spalte).

  • In jede Parameterzeile wird im Anschluss ungefiltert und unbewertet jedwede erdenkliche Lösung eingetragen.
    (z.B. zum Merkmal „Leuchtmittel“: Glühbirne, LED, OLED, Flamme, Glühwürmchen, phosphoreszierende Flüssigkeit, Glühdraht, Laser, Spiegel, Sonne,...
    zum Merkmal „Umfeld“: öffentlicher Raum, Wald, Keller/Garage, Wohnraum, Laden, Arztpraxis, Museum...)

  • Der nächste Schritt besteht aus der Evaluierung der Merkmale der einzelnen Möglichkeiten (z.B. ist ein Glühwürmchen ethisch vertretbar? Ist phosphoreszierende Flüssigkeit hell genug?). Falls weitere Ideen aufkommen, werden diese weiter aufgezeichnet.

  • Anschließend werden Kombinationen z.B. durch Verbindung mit Strichen gebildet, aufgeschrieben und übersichtlich dargestellt (z.B. Sonne + Spiegel + öffentlicher Raum oder Flamme + Wohnraum). Von Vorteil ist, dass alle bis dahin erdenklichen Lösungen im Morphologischen Kasten gesammelt sind!

  • Die Kombinationen werden im abschließenden Schritt nach Umsetzbarkeit evaluiert und fließen in die Dokumentation und den Entwurfsprozess ein.

Vorteile

  • Einzel- oder Teamarbeit möglich
  • Gute geeignet für komplexe, vielschichtige Themenstellungen
  • Klare, strukturierte Darstellung
  • Sämtliche Variationen sind in einer Tabelle gesammelt

Nachteile

  • Fundiertes Fachwissen zum Thema ist notwendig
  • Parameterbestimmung ist schwierig und beeinflusst die Erfolgschancen
  • Anspruchsvolle Auswahl, da unglaublich viele Varianten

Quellen

 http://www.ideenfindung.de/morphologischer-kasten.html
 http://www.designmethodenfinder.de/morphological-charts?s1=

Personen

1 - 5

Dauer

2 h

Material

Flipchart

Marker

Beispiele