Erklärung

Co-Creation ist eine Management-Strategie, die verschiedene Parteien (Unternehmen, Designagenturen, Kunden, Zielgruppe, Institutionen) als „Entwicklungspartner“zusammenführt.

Co-Creation ist ein Ansatz, der Nutzer- und Stakeholder-zentrierte Entwicklung und aktive Integration der beteiligten Parteien (Mitarbeiter, Partner, Kunden, Bürger, Endverbraucher) in den Designprozess anstrebt.

Co-Creation ist auch eine neue Wertschöpfungsform, da eine hoch motivierte Community (häufig unbezahlt) gemeinsam mit dem Unternehmen entwickelt, produziert und (indirekt) verkauft.

Z.B. werden Kunden in die Produktentwicklung eingebunden, indem sie Prozesse und/oder digitale/analoge Produkte oder Dienstleistungen mitgestalten und deren Entwicklung und Herstellung z.B. durch Workshops, Usability Tests und Umfragen mitbestimmen können.

Mit den Erkenntnissen, die ein Unternehmen in Kooperationen erhält (z.B. Kundenerfahrungen, -wünsche, -bedürfnisse), ist es möglich Produkte mit höheren Umsätzen und Rentabilität, besserem Markenwert, verbesserten Markt-Performance-Treibern (Loyalität, Beziehungen, Mundpropaganda) und stabilerer Kundenbindungen zu entwickeln.

Ziel

Ziel der Co-Creation ist es alle Stakeholder (all die Personen, Personengruppen, Institutionen (Hochschulen, Forschungseinrichtungen), Unternehmen (Zulieferer, Logistik, ...), die an Unternehmensaktivitäten direkt, oder indirekt beteiligt sind, oder an diesen Aktivitäten Interesse haben) in die Entwicklung eines Produkts/einer Dienstleistung einzubinden, um deren Expertise, Erfahrungen, Bedürfnisse und Vorgaben in den Fertigungsprozess zu implementieren.
Dadurch ist das Endergebnis im Sinne der Kunden (Kundenzufriedenheit, Kundenbindung) und aller anderen Abteilungen, der Produktionsablauf ist strukturierter und transparenter.

Vorgehen

Derzeit werden Informationen über Kundenbedürfnisse meist durch Instrumente der Marktforschung gesammelt. Dabei suchen Verbraucher/User selbst eine aktivere Rolle, die über den reinen Kauf hinausgeht – sie wollen selbst aktiv sein und haben großes Interesse daran, ihre Meinung und Bedürfnisse zu äußern.

Das Internet ist eine Möglichkeit Kunden durch digitale Tools untereinander oder auch mit dem Hersteller zusammen zu Co-Creation-Communities zu verknüpfen.

Zudem bieten Workshops eine gute Möglichkeit Stakeholder und andere Parteien an einen Tisch zu holen.

Bausteine der Co-Creation sind:

  • Dialog: Aus dem Dialog zwischen Kunde und Unternehmen ergibt sich eine förderliche Zwei-Wege-Kommunikation statt einer aufdoktrinierten One-Way-Selling-Strategie
  • Zugriff: Indem Kunden der Zugriff auf gewisse Daten ermöglicht wird, wird mit dem Kunden ein Produktwert geschaffen, der über den traditionellen Wertschöpfungsprozess hinaus geht.
  • Transparenz: Um das Vertrauen des Kunden zu gewinnen, sollten Informationsschranken bis zu einem gewissen Grad beseitigt werden.
  • Risiko: Da durch die gemeinsame Produktentwicklung ein erhöhtes Risiko für das Unternehmen entsteht, muss dieses dem Kunden auch kommuniziert werden. Risiken und Lücken zwischen Kunde und Unternehmen müssen überwacht werden.

Tipp

  • Durch Co-Creation und interdisziplinäres Zusammenarbeiten überwinden Teammitglieder die eigene Betriebsperspektive. Dadurch entstehen neue Ideen, neue Kommunikationen und Wissenstransfer.
  • Über die Hälfte aller Neuprodukte scheitern, weil sie am Kunden vorbei entwickelt wurden. Durch die „interaktive Wertschöpfung“ wird direkt mit dem Kunden und dessen Bedürfnissen gearbeitet.
  • Die Philosophie der Partizipation kann in vielen Bereichen eingesetzt werden: Softwaredesign, Städtebau, Architektur, Landschaftsarchitektur, Produktdesign, …
  • Proaktive, gemeinschaftliche Produktentwicklung mit gleichgesinnten Menschen bzw. Kunden fördert neue Erkenntnisse und Sichtweisen.
  • Der Co-Creation-Ansatz konzentriert sich auf Prozesse und ist kein Designstil.

Quellen

wikipedia.de

Prahalad, C.K.; Ramaswamy, V. "Co-Creation Experiences: The Next Practice in Value Creation

www.creaffective.de

Beispiele